In der Crèche haben manche Gegenstände eine Bedeutung, die Erwachsene manchmal unterschätzen. Ein Kuscheltier, ein Schnuffeltuch oder ein kleines Stück Stoff können sehr einfach erscheinen. Für ein kleines Kind können sie jedoch sehr viel bedeuten.
Bei Les Petits Tournesols wissen wir, dass ein Kuscheltier manchen Kindern helfen kann, die Übergänge zwischen Zuhause und der Crèche ruhiger zu erleben. Es beruhigt, begleitet, tröstet manchmal und gibt dem Kind einen vertrauten Orientierungspunkt in einer anderen Umgebung.
Eine Verbindung zwischen Zuhause und der Crèche
Das Kuscheltier ist nicht nur ein Gegenstand. Für viele Kinder trägt es etwas von Zuhause in sich: einen Geruch, eine Textur, eine Gewohnheit, eine vertraute Gegenwart. Es kann dem Kind helfen, eine Verbindung zwischen seiner Familienwelt und dem Leben in der Gemeinschaft herzustellen.
Der Kinderarzt und Psychoanalytiker Donald Winnicott hat den Begriff des Übergangsobjekts eingeführt, um jene Gegenstände zu beschreiben, an denen sich kleine Kinder emotional binden und die sie in ihrer affektiven Entwicklung begleiten. Damit soll nicht gesagt werden, dass jedes Kind ein Kuscheltier braucht, sondern vielmehr anerkannt werden, dass dieses Objekt für manche Kinder in Momenten der Trennung oder Veränderung eine wichtige Rolle spielen kann.
Was man sich merken sollte
- Das Kuscheltier kann dem Kind helfen, sich zu beruhigen.
- Es kann die Übergänge zwischen Zuhause und der Crèche erleichtern.
- Es begleitet manchmal sensible Momente: Ankommen, Müdigkeit, Traurigkeit, Mittagsschlaf.
- Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus: Manche brauchen eines, andere nicht.
In welchen Momenten kann das Kuscheltier helfen?
Das Ankommen am Morgen ist oft ein wichtiger Moment. Auch wenn ein Kind die Crèche gut kennt, kann die Trennung von den Eltern etwas Eingewöhnungszeit erfordern. Das Kuscheltier in der Nähe zu haben, kann dem Kind helfen, diesen Übergang ruhiger zu bewältigen.
Das Kuscheltier kann auch beim Mittagsschlaf, in Momenten der Müdigkeit, bei kleiner Traurigkeit oder an Tagen hilfreich sein, an denen das Kind mehr Sicherheit zu benötigen scheint. Es ersetzt nie die Gegenwart eines Erwachsenen, kann aber das Kind unterstützen, während es allmählich sein Gleichgewicht wiederfindet.
In der Crèche ist das Ziel nicht, diesen Orientierungspunkt zu früh wegzunehmen. Das Team beobachtet das Kind, seinen aktuellen Bedarf und seine Fähigkeit, sich davon allmählich zu lösen, wenn es sich bereit fühlt.
Nicht alle Kinder haben denselben Bedarf
Manche Kinder kommen jeden Morgen mit ihrem Kuscheltier fest an sich gedrückt. Andere legen es schnell in ihr Fach. Manche verlangen es nur zum Schlafen. Andere haben gar keines.
Diese Unterschiede sind normal. Das Kuscheltier ist weder eine Pflicht noch ein Problem. Es ist einer von vielen kleinen Orientierungspunkten, die dem Kind helfen können, sich sicher zu fühlen.
Was zählt, ist, den Rhythmus jedes Kindes zu respektieren. Ein Kind zu zwingen, sein Kuscheltier zu früh abzugeben, kann unnötige Spannungen erzeugen. Es hingegen behutsam in Richtung mehr Selbstständigkeit zu begleiten, ermöglicht oft eine natürliche Ablösung, ohne Druck.
Die Rolle des Teams in der Crèche
Die Aufgabe der Fachkräfte ist es, zu beobachten, zu begleiten und Sicherheit zu geben. Ein Kind, das sein Kuscheltier den ganzen Morgen bei sich behält, muss es nicht sofort abgeben. Es braucht vielleicht einfach etwas Zeit, um in den Tag zu finden.
Nach und nach kann das Kind ermutigt werden, sein Kuscheltier an einem bekannten Ort zu platzieren: seinem Fach, seinem Bett, einer persönlichen Kiste oder einem vom Team festgelegten Platz. Wichtig ist, dass diese Geste für das Kind Sinn ergibt.
Wenn das Kind mehr Vertrauen gewinnt, kann es sich stärker an Spielen, Aktivitäten und dem Gruppenleben beteiligen — in dem Wissen, dass sein Kuscheltier verfügbar bleibt, wenn es es braucht.
Ein wichtiger Hinweis
Das Kuscheltier soll ein beruhigendes Objekt bleiben, muss aber auch im Rahmen des Gemeinschaftslebens betrachtet werden: Hygiene, Sicherheit, Beschriftung mit dem Namen des Kindes und Organisation der Crèche.
Einige einfache Tipps für Eltern
Um alltägliche Missgeschicke zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Kuscheltier mit dem Namen des Kindes zu beschriften. Wenn möglich, kann ein Ersatz hilfreich sein, besonders wenn das Kuscheltier sehr wichtig für das Einschlafen oder die Trennung ist.
Es ist besser, das Kuscheltier nicht kurz vor einem großen Wechsel zu waschen, wie etwa dem ersten Tag in der Crèche. Sein vertrauter Geruch kann genau das sein, was das Kind beruhigt.
Eltern können dem Team auch die Gewohnheiten ihres Kindes erklären: wann es sein Kuscheltier verlangt, ob es es zum Schlafen braucht, ob es es bei Trennungen bei sich behält oder ob es es leicht abgeben kann.
Ein kleiner Gegenstand, ein großes inneres Sicherheitsgefühl
Das Kuscheltier macht das Kind nicht weniger selbstständig. Im Gegenteil: Wenn es respektiert und gut begleitet wird, kann es dem Kind helfen, mehr innere Sicherheit zu entwickeln.
In der Crèche bedeutet Wachsen nicht, sofort alles alleine zu machen. Wachsen bedeutet auch, sich auf vertraute Orientierungspunkte stützen zu können, um nach und nach eine neue Umgebung zu entdecken, Beziehungen zu Erwachsenen aufzubauen, mit anderen Kindern zu spielen und Vertrauen zu gewinnen.
Bei Les Petits Tournesols achten wir auf diese kleinen Alltagsdetails, denn sie erzählen oft sehr viel über die Bedürfnisse des Kindes.
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Artikel von Carole Erpelding, Geschäftsführerin – Kinderkrankenpflegerin und FELSEA-Vorstandsmitglied.